„Raus aus der Bubble"
- Mandy Hindenburg

- 2. März
- 3 Min. Lesezeit
Warum tiefe Netzwerke, Achtsamkeit und Gegenwind meine berufliche Haltung schärfen.
Es gibt Wochen, die nicht einfach nur geschehen, sie verändern dich, sie fordern dich heraus, sie halten den Spiegel vor, und am Ende merkst du: Du bist nicht mehr dieselbe Person, die du am Montagmorgen warst.

Letzte Woche war so eine Woche.
Ich war über meine Stadtratsfunktion beim Tanzpreis und beim Kultursalon dabei. Menschen, die sich kannten, die über Jahre Beziehungsstrukturen aufgebaut haben, traten in Austausch. Sie freuten sich, sie kamen aus anderen Städten und waren präsent. Und zugleich war der Raum offen für alle, nicht nur für jene, die schon lange dabei sind. Das hat mir gezeigt: Netzwerke sind nicht statisch. Sie leben davon, dass Menschen über ihre Bubble hinausgehen und neue Perspektiven zulassen. Und genau das gilt auch für mich.
Netzwerke erweitern, über die eigene Bubble hinaus
Ich habe beobachtet, wie Menschen miteinander reden, lachen, reflektieren und plötzlich bemerkst du, wie viele Facetten ein einziger Bereich hat, wenn du eintauchst. Die Menschen dort kannten sich, aber sie waren offen. Und das ist ein Punkt: offen bleiben, statt in der eigenen Blase zu verharren. Nur so entstehen echte Schnittmengen, neue Impulse und echtes Verständnis.
Trotzdem merke ich, auch bei mir, dass ich manchmal in Mustern verharre, die ich übernommen habe, ohne sie wirklich zu hinterfragen.
Kritik versus Akzeptanz, ein innerer Spiegel
Ich beobachte bei mir selbst, dass ich in den letzten Jahren schneller Kritik äußere oder mich an Gesprächen beteilige, die ins Lästern abrutschen. Das ist kein konstruktiver Austausch, sondern ein soziales Muster, das ich adaptiert habe, einfach weil es oft so vorgelebt wird.
Und dann reflektiert man abends: „Warum hast du das gesagt?“Das tut nicht gut.
Aber genau dieses Unwohlsein ist ein Warnsignal. Es zeigt mir, dass ich zurück zur Haltung muss, die mich selbst ausmacht: Wohlwollende Akzeptanz gepaart mit klarer, respektvoller Kritik, ohne Bremse auf den anderen, sondern auf mich selbst. Diese Art der Selbstreflexion ist kein Luxus, sondern eine Kernkompetenz, wenn du nachhaltig wirksam sein willst.
Achtsamkeit als berufliche Kompassnadel
Achtsamkeit trägt diese Woche wie ein roter Faden. Nicht nur gegenüber anderen, sondern auch mir selbst. Ich stelle mir immer wieder die Frage: Wer bin ich eigentlich als Person hinter all den Projekten? Ich habe viele Projekte, sie haben einen gemeinsamen Nenner: mich. Und wenn dieser Nenner aus dem Blick gerät, dann verliert das Ganze seine Richtung.
Deshalb braucht es Struktur, klare Bündelung, Priorisierung, nicht nur in Projekten, sondern auch im eigenen Denken.
Und genau das habe ich diese Woche getan. Ich habe reflektiert, was bleibt, wenn du all die Rollen abziehst. Was ist der Kern deiner Haltung? Deine klaren Werte? Und wie setzt du sie um, ohne dich selbst zu verlieren? Diese Fragen sind kein Luxus, sondern echte Voraussetzung für nachhaltige Wirkung.
Gegenwind als Indikator für Sichtbarkeit
Es gibt Diskussionen, die emotional werden, in meinem Fall etwa um Gaspläne auf politischer Ebene. Es gibt Themen, die wehtun, die zu emotionaler Reaktion führen. Und es gibt Menschen, die darauf mit Lautstärke reagieren.
Diese Lautstärke sagt etwas über dich aus, nicht über den anderen.
Wenn jemand dich aktiv kritisiert, dann bist du sichtbar und Sichtbarkeit erzeugt Wirkung. Auch dann, wenn du lieber leise bleiben würdest. Gegenwind ist kein Zeichen von Schwäche, er ist ein Zeichen dafür, dass du einen Nerv getroffen hast. Das zu erkennen und nicht persönlich zu nehmen, ist ein Lernweg. Aber ein lohnender.
Vom Weg abkommen und wieder zurückfinden
Ich denke oft an meine Wanderungen: Du gehst den Pfad entlang, aber ab und zu läufst du einen Seitenweg, weil die Aussicht schöner ist. Das ist gut, Inspiration gehört zum Weg, aber irgendwann merkst du, dass du wieder zurück musst, um nicht verloren zu gehen.
So ist es auch im Leben: Du kannst Seitenwege gehen, aber dein Hauptpfad ist deine Vision. Und an diesen Pfad halte ich mich. Es geht nicht darum, perfekt zu sein. Es geht darum, bewusst zu sein. Und aus dieser Bewusstheit heraus zu handeln.
Mein Fazit aus dieser Woche: Netzwerke sind Räume, die uns formen. Reflexion ist der Schlüssel, der uns zurück zu unserer Haltung bringt. Gegenwind ist ein Kompass, der uns zeigt, dass wir sichtbar werden. Und Achtsamkeit ist der Motor, der uns voranbringt, ruhig, klar und fokussiert.
Danke, dass du diesen Weg mitliest, nicht nur als Zuschauer:in, sondern als Teil einer Gemeinschaft, die Wandel gestalten will.




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